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Vom Geplanten und vom Ungeplanten

14. April 2012 (13:55:50) | Verschiedenes | Von: Benedict

Eine Frage, die sich bei Ajax//Don Quichotte immer wieder stellt ist: Was hiervon ist geplant? Was ungeplant? Was spontan und improvisiert, was von langer Hand vorbereitet? Die Antwort wird vielleicht einige überraschen: Zwar haben wir Strukturen und grobe Abläufe ausführlich geprobt, aber die allermeisten Szenen sind improvisiert, die wenigsten Schauspieler haben einen Text. Und selbst in Szenen, wo der Text gemeinsam erarbeitet oder von mir vorgegeben wurde, wird teilweise improvisiert. Unser „Textbuch“ ist in Schriftgröße 12 inkl. zahlreicher darin vermerkter Regieanweisungen nur etwas über drei Seiten lang. Für eine 70minütige Aufführung. Absolut festgelegt sind eigentlich nur zwei Szenen, die von Lisa und die von Julian. Wobei letzterer gestern ein bisschen „abgekürzt“ hatte, sodass ich den fehlenden Text dem Publikum im Anschluss an die Aufführung vorgelesen habe. Soll ja keiner sagen, er hätte für sein Geld nicht den kompletten Ajax//Don Quichotte erhalten!

Die gestrige Aufführung selbst fand ich wie gesagt sehr schön. Wir haben leider ca. drei Minuten zu früh angefangen (meine Schuld), das wird sich natürlich heute ändern. Meine Schauspieler waren konzentriert und in der „Zone“. Wenn man schon vier Aufführungen gemacht hat, findet man im Vergleich natürlich immer etwas zu meckern, so habe ich zum Beispiel einige improvisierte Szenen am Anfang als zwar ganz schön und nett, aber auch als spannungsarm empfunden. (Ausnahme im Bild oben: Improszene, Monster greifen Don Quichotte an; Zum Vergrößern anklicken) Aber über Nacht kam mir eine ganz gute Idee, wie man das verbessern kann, heute Morgen habe ich die mit unserem Moderator Vinzenz abgesprochen, sodass auch diese Passagen heute Abend sicherlich großartig werden.

Heute Abend spielen wir wieder um 20 Uhr an der Brotfabrik. Und – zum vermutlich allerletzten Mal überhaupt – morgen Abend ebenfalls 20 Uhr.

Kommentare

Kommentar von Anna
Zeit: 24. Januar 2014, 09:55:20

Improvisiertes Theater ist nicht jedermanns Sache. Irgendwie ist dieses Genre vergleichbar mit dem Free Jazz. Nur mit dem Unterschied, dass eventuell hinter der Performance noch ein klassisches Konzept stecken kann. Der Zuschauer muss allerdings beim Impro-Theater viel mehr eigenständige Arbeit leisten, um den Szenen oder dem Plot überhaupt folgen zu können. Impro-Theater ist anspruchsvolles Theater Zeitgenossen, die etwas mehr als nur die vorgegebenen Rollenspiele sehen wollen. Gerade in diesem Bereich ist es wichtig sich als Zuschauer auch mit Interessierten auszutauschen. Jeder Besucher sollte Rezensionen schreiben, um ein klares Feedback zu geben.

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