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O.W.C – der One-WomanChor

28. Juni 2011 (19:11:44) | Proben | Von: Vinzenz

Chorpassagen zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass viele Personen gleichzeitig denselben Text sprechen. Da du nur eine Person bist, wird das schwierig.

Mit dieser klugen Einsicht unseres Regisseurs begann unsere letzte Probe, die unser Neuzugang Pia nutzte, um sich in der Rolle des antiken Chors auszuprobieren, den sie bei Ajax//Don Quichotte tatsächlich im Alleingang verkörpern wird.

Der Chor als kommentierende Stimme des Volkes nimmt in ‚Ajas‘, so wie in den meisten antiken Tragödien, eine durchaus wichtige Rolle ein und darf deshalb auch in unserer Inszenierung nicht fehlen. Darin waren wir uns einig. Weniger einig waren wir uns darüber, wie die Rolle sich auf eine einzelne Person reduzieren lässt, ohne dadurch ihre Wirkung zu verlieren. Aber um solche Fragen zu klären, proben wir ja. 😉

Hier einige Erkenntnisse, die wir in Sachen Ein-Frau-Chor mitgenommen haben:

 

  • Mit genug Fantasie lässt sich jedes Gefühl in praktisch jeden Satz legen.
  • Alles — und zwar wirklich alles — was man sagt „verzweifelt“ klingen zu lassen ist für den Sprechenden extrem schwierig und wirkt auf die Zuhörer höchst seltsam. Nicht empfehlenswert.
  • Eine Frage mit „antikem“ Vokabular zu beantworten, ist eine schöne Idee. Weniger schön ist es, wenn aufgrund der langwierigen Konstruktion des Satzes zwischen Frage und Antwort 30 Sekunden vergehen. 😉
  • Eine Fragerunde gestaltet sich schwierig, wenn der Chor auf jede Frage mit einem warnend-düsteren „Stelle diese Frage lieber nicht“ antwortet.

Als One-Woman-Chor hat Pia wohl dem Hengst Rosinante den Rang abgelaufen und kann behaupten, mit die anspruchsvollste Rolle in der Inszenierung zu spielen. Der ersten Intensiv-Probe nach zu urteilen darf man auf das Ergebnis dieses kleinen Experiments aber mehr als gespannt sein.


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