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Ich will alles! – Oder: Themenreihen bei ANTIKEKSTASE

20. Mai 2010 (10:55:18) | Verschiedenes | Von: Benedict

AntikEkstase - 03.-06.06.2010 Brotfabrik Berlin (Infobutton)Die meisten Menschen, die zu einem Festival gehen, schauen sich da nicht nur einen einzelnen Programmpunkt an. Wozu ist es denn ein Festival? Bei ANTIKEKSTASE haben wir (zusätzlich zur Eröffnungsveranstaltung „Der Rausch des Dionysos„) drei Themenreihen geschaffen – „Ödipuskomplex„, „Kino der Katharsis“ und „Sokrates must die!“ Im folgenden möchte ich die drei Reihen nochmal kurz vorstellen und dann eine Frage beantworten, die ich (zu meiner Überraschung!) in letzter Zeit häufiger zu hören bekommen habe: „Ich will aber ALLES sehen! Wie mache ich das denn?“

Szene aus Der gute König ÖdipusDie Reihe „Ödipuskomplex“ ist schnell erklärt: Dr. Dr. Schott wird in seinem Vortrag einen „Hatte Ödipus einen Ödipuskomplex?“ einen „psychiatrischen Blick“ auf die griechische Tragödie werfen. Das wird eine sehr interessante (und bestimmt auch erheiternde) Sache, wenn man die Antike mal von diesem ungewohnten Blickwinkel aus betrachtet. Jochen Keth ist „Der gute König Ödipus“ und zeigt in einer hervorragenden Inszenierung, dass die Ödipusthematik auch mit nur einem Darsteller bewältigt werden kann. Und Jan-Uwe Fitz wird sich in seinem Comedyprogramm „Selbstanklage eines antiken Taubenvergrämers“ angeblich auch auf Ödipus beziehen. So sicher ist sich da aber noch keiner von uns, vielleicht lässt er die Antike auch Antike sein und macht Witze über Füße. Soll alles schonmal vorgekommen sein.

Bild aus ME<le>ADas „Kino der Katharsis“ beinhaltet wie der Name schon sagt unser Filmprogramm mit „ME<le>A“, „Come un uomo sulla terra“ und der Lesung mit Film „nach – AUFBRUCH AUS TROJA – denken“. Den Abschluss bildet (als einziger Nicht-Film-Programmpunkt) die Buchvorstellung „Bilal“, die wir mit reingenommen haben, da das Buch thematisch sowohl zu „Come un uomo …“ als auch zu „Aufbruch aus Troja“ passt. Das Filmprogramm stellt auch deswegen eine eigene Reihe dar, weil wir festgestellt haben, dass sich Film- und Theaterpublikum nicht allzu oft überschneidet, am ehesten vielleicht noch bei „ME<le>A“, einem Tanzfilm oder auch „Tanz-Musik-Sprach-Werk“.

Bühnenbild von Platon:PhaidonDie Reihe „Sokrates must die!“ besteht aus zwei Produktionen aus Österreich, die beide auf Texten von Platon basieren und sich beide mit dem letzten Tag im Leben des Sokrates beschäftigen – passender geht es gar nicht. „Platon: Phaidon“ wird von der Gruppe „Einmaliges Gastspiel“ gezeigt, die Rezitation „Verteidigungsrede des Sokrates“ von Rainer Hauer. Da es sich jeweils um einmalige Veranstaltungen handelt, die man in Deutschland auch kaum zu sehen bekommt, haben wir das Programm so gelegt, dass sich nichts mit diesen Vorstellungen überschneidet, d. h. jeder Festivalbesucher eine Chance hat, diese Reihe zu sehen.

Zur in der Einleitung erwähnten Frage: Ja, es ist möglich ALLE Programmpunkte zu sehen! Wir haben dafür einen Plan gemacht, wie dieses Ziel optimal erreicht werden kann: Plan herunterladen.

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