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Kino der Katharsis – ME<le>A

20. Februar 2010 (13:42:22) | AntikEkstase-Einladungen | Von: Benedict

Mittlerweile sind wir beim Kinoprogramm der „Warum habt ihr …“-Reihe angekommen.

Ein wichtiger Hinweis vorab: Es handelt sich um geplante Programmpunkte, alle Angaben ohne Gewähr!

Als erster Film, den ich vorstelle: ME<le>A

Was ist das und wer macht da mit?

Bild aus ME<le>AME<le>A ist ein Tanz-Musik-Sprach-Film. Das Tanzatelier Wien, der Griechisch-Latein-Chor Dityhrambos und das Ensemble Logos haben sich zusammengetan, Liedtexte aus der Antike vertont, dazu getanzt und das gefilmt.

Live vor Ort wird Prof. Dr. Werner Schulze sein, der als Komponist und Leiter von Logos mitgewirkt hat.

Und warum habt ihr den Film eingeladen?

Die publikumsorientierte Begründung: ME<le>A ist ein Tanzfilm der durch die etwa gleich stark gewichteten Komponenten von Gesang, Musik und Tanz auch für diejenigen von Interesse ist, die mit einzelnen Komponenten davon wenig anfangen können. Durch die durchgehende (und künstlerisch ansprechend integrierte) Untertitelung sind alle Passagen zu verstehen. Andererseits kann man ebenso gut die Augen schließen und die Musik genießen.

Die offizielle/wissenschaftliche Begründung: Hierfür zitiere ich einfach mal ganz frech das Tanzatelier Wien, dem ich nichts mehr selbst hinzufügen könnte: „ME<le>A“ zeichnet einen Bogen der Kommunikationssehnsucht, vom Geistigen bis ins Absurde, von der Metaphysik zum Banalen. Das, was in der griechischen Antike als Einheit galt (Musik, Sprache und Bewegung: mousikè téchne), wird in „ME<le>A“ auf neuer Basis erprobt und dechiffriert. „ME<le>A“ zeichnet den Jahreskreis nach, wobei den einzelnen Abschnitten Liedtexte vor allem aus der Antike zugeordnet sind. Zwei Themen bestimmen diesen Kreis: Der Mensch in seinem Verhältnis zu den antiken Göttern beziehungsweise zum Gott des Christentums sowie die Liebe zwischen Frau und Mann – vom Erblühen und Zerbrechen der Erotik.

Altbabylonisch, Griechisch, Latein, Altitalienisch, Spanisch, Englisch und Deutsch sind die Sprachen des Abends, der Bogen spannt sich von einer Ištar-Hymne über Gedichte von Archilochos und Sappho bis hin zu C. Valerius Catullus, Q. Horatius, der Carmina Burana und Franz von Assisi. Das Verhältnis von Metrik zu Rhythmik, Iso-Metrik, verschiedene Tonsysteme und Real-Time-Begegnungen zwischen Sprache, Musik und Bewegung: dies sind nur einige der Aspekte, die beleuchtet werden sollen. In diesem Projekt entsteht aus dem Zusammentreffen von Generationen und ihren unterschiedlichen Herangehensweisen an Kunstschaffen und Wissenschaft, eine Dynamik, die Freiräume eröffnet.

Der konzeptionelle Ansatz: In unser Festival Tanz mit einzubeziehen, hat sich als schwierig dargestellt. Ensembles die sich mit griechischer Antike auseinandersetzen, waren oft zu groß, oder zu weit weg, um sie sinnvoll integrieren zu können. Durch einen Tanzfilm konnte mit ME<le>A ein hervorragender Kompromiss gefunden werden. ME<le>A ist konzeptionell Teil des „Kinos der Katharsis“.

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