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Monat: März 2009

Vernetzt

24. März 2009 (17:03:51) | Proben | Von: Benedict

Ödipus (Martin, Mitte) im Netz, dass von Iokaste (Johanna, rechts) und dem Boten (Stefan, links) gehalten wird. Foto von der Probe am 22.03.2009.Am Sonntag haben wir uns eingehend mit der 3. Szene des 1. Teils beschäftigt. Aber bevor es so weit war, gab es erstmal reichlich Konfusion, welchen Probenraum wir verwenden können, wo der Schlüssel zu finden ist usw. Im Raum angekommen, begann ich die Probe damit, meinen Kaffee zu verschütten und Maikes Unterlagen zu versauen.

Wie auch in der Ballspielszene spielt in der 3. Szene das Netz von Iokaste eine entscheidende Rolle. Das Netz ist eine antike Todesmetapher. In der Orestie wird Agamemnon von seiner Frau Klytaimnestra mit einem Netz getötet. In Ödipedia steht das Netz auch für den schicksalhaften Umgang mit Wissen. Iokaste, die am meisten über die Vorgeschichte weiß, hält das Netz in der Hand, es wird von anderen Figuren teils bewusst, teils unbewusst verstrickt, vernetzt, verwoben. Ödipus (Martin, rechts) wird vom Boten (Stefan, links) aus dem Netz befreit. Foto von der Probe am 22.03.2009.Ödipus erfährt von seiner Abstammung teils durch Schicksal, teils durch eigenes Forschen. Er wird ins Netz gesponnen, zieht es sich aber nochmal selbst ein Stück weiter nach oben, auch wenn Tiresia, Iokaste und der Bote im Verlauf des Stückes sagen, er solle das Forschen sein lassen und am Besten einfach so unwissend dahin leben.

Es ist gar nicht so leicht, sich so in einem Netz zu verfangen, dass es unabsichtlich aussieht, wie Stefan feststellen musste. Die Szene beginnt damit, dass dem Boten genau das passiert. Mehr »

Celebration: Der Geist der Hippiezeit, abgewrackte Piraten und verwirrte Kapitalisten

24. März 2009 (08:00:10) | Neuigkeiten | Von: Benedict

Das Ensemble von Celebration mit mehreren PuppenNachdem ich im ersten Teil des Interviews mit Celebration-Regisseur Martin Berger Eckdaten wie Bühneneinteilung, Entstehung, Team abgeklopft habe, geht es diesmal mehr um inhaltliche Aspekte. Viel Spaß!

Benedict Roeser: Ich bin ein großer Fan von chorischem Theater. Was stellt ihr mit dem Chor der Nachtschwärmer in Celebration an?

Martin Berger: Die Nachtschwärmer sind bei uns durch Puppen dargestellt. Das hat mich fasziniert, weil Puppen durch ihre spezielle Physiognymie eine weitere Kommentarebene haben. Sie sind ein Chor, dessen Mitglieder alle gleich gebaut sind – trotzdem aber immer ihren ureigenen Charakter beibehalten. Dadurch haben wir einen sehr lebendigen Chor, der seine eigenen kleinen Geschichten hat. Wenn zwei abgewrackte Piraten ohne Beine in einer Musicalnummer mittanzen und das Publikum ansprechen, hat das eine skurrile Ebene, die sich erstaunlich nahtlos einfügt, trotzdem aber einen Bruch immaniert. Dass die Puppenspieler immer offen zu sehen sind, lässt außerdem ein Spiel mit dem Schlüpfen in andere Rollen und eine Selbstbetrachtung der Theaterrealität zu – quasi ein griechischer Chor, der den griechischen Chor beobachtet. Unsere Nachtschwärmer sind dabei übrigens nicht nur in kommentierender Form zu sehen, sondern decken ein Rollenrepertoire vom schwulen Dekorateur zum brutalen Prügelschergen ab.

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Der Mann mit dem Motor

23. März 2009 (14:56:26) | Neuigkeiten | Von: Benedict

Ein motorisierter Lamellenvorhang, gebaut von Hans.Es gibt bekanntlich nichts, was unser Bühnenbildner und Lichtdesigner Hans nicht kann. Gestern hat er mir beispielsweise vorgeführt, wie man unsere Lamellenvorhänge mit einem Motor steuern könnte. Dafür hat er sich (genau wie ich auch) einen Probevorhang ins Zimmer gehängt. Die motorisierte Steuerung schafft leider mehr Probleme, als sie löst: Sie ist laut, langsam und wenn man den Motor zu spät stoppt geht der Vorhang kaputt. Außerdem lässt er sich dann nicht mehr manuell steuern – fällt der Motor also einmal aus, wären wir verloren. Naja, die Idee war gut. ;-)

Der Lamellenvorhang an der BühnenrückwandAußerdem hat Hans mir gestern konkrete Pläne fürs Bühnenbild präsentiert (Bild rechts: Vorderseite hinterer Vorhang). Zwar wird das ganze mal wieder unglaublich viel Organisationsaufwand und Arbeit (Lamellen müssen mehrmals gestrichen werden, 1632* Quadrate müssen aus Goldfolie ausgeschnitten werden, drei Tage lang sollen Helfer (die es bisher teilweise nur theoretisch gibt) in einer Lagerhalle bei Adlershof am Bühnenbild arbeiten und wir brauchen unbedingt noch einen Graffitikünstler…), aber wenn das Ergebnis wirklich so aussieht, wie auf den Entwürfen, dann lohnt sich der Aufwand allemal.

Das Bühnenbild von Ödipedia, bestehend aus bemalten, beklebten und naturbelassenen Lamellenvorhängen.Für den Bühnenbau werden vermutlich wieder einige Helfer gesucht, die am 06., 07. und 09. April ab morgens um 8 Uhr Lust und Zeit haben, ein paar Stunden für die Liebe zum Theater, Freikarten, ein Programmheft, ein T-Shirt, Freibier, eine Einladung zur exklusiven Abschlussfeier von Ödipedia und einen Ödipedia-Button zu arbeiten. Wer Interesse hat, möge sich melden. :-) Tätigkeiten umfassen Streichen von Lamellen, ankleben von Goldfolie, einfache Handlangerdienste – alles ganz easy und locker.

Im Bild oben sieht man, wie die Vorhänge auf der Bühne aussehen werden. In diesem Fall ist die Rückseite des hinteren Vorhangs zu sehen.

* = Herzlichen Dank an Nicolas, der mir erklärt hat, wie ich ermittle wie viele Pixel eines Bildes die gleiche Farbe haben. Man braucht nur Gimp, das XPM-Format, die Befehle tr und ls und einen Taschenrechner.

Exklusives Interview mit Celebration-Regisseur Martin Berger

22. März 2009 (08:00:12) | Neuigkeiten | Von: Benedict

Das Logo von Celebration - einem Theaterfest von hierLeben unter Regie von Martin BergerDie Berliner Luft knistert schon vor Aufregung. Manchmal kommt man in einen Raum und hört Leute tuscheln “Oh mein Gott, bald ist Celebration und danach dann Ödipedia!” Okay, das war eine Übertreibung, aber es stimmt schon, dass so langsam mehr und mehr Leute gespannt auf diese beiden fantastischen Inszenierungen im Kulturhaus Spandau warten. Während wir mit Ödipedia Fotos von jeder Probe veröffentlichen und seien sie noch so dümmlich, während wir so ziemlich alles was wir tun in der Öffentlichkeit via twitter, Wiki, Blog, YouTube (Ok, der Kanal ist ziemlich tot, den müssen wir schleunigst wiederbeleben), E-Mail usw. breittreten, kann man sagen, dass Celebration ein klein wenig exklusiver arbeitet. Jede Aufführung hat nur 53 Plätze, die Namen bekannter Schauspieler werben groß für die Produktion, aber einmal hinter die Kulissen zu schauen ist schwieriger, als bei uns, wo jede Probe eine öffentliche ist. Todesmutig habe ich es gewagt und nach langem Betteln und Überwindung vieler Hürden ein exklusives Interview mit Celebration-Regisseur Martin Berger bekommen*. Da es ziemlich lang geworden ist, wird es euch in zwei Teilen präsentiert. Hier der erste, viel Spaß.

Benedict Roeser: Celebration ist ja in Deutschland eher unbekannt. Ich konnte noch nicht einmal Quellen finden, ob Celebration hier überhaupt schon einmal gespielt wurde. Woher die Idee – und der Mut – sich an Celebration ranzuwagen?

Die Nachtschwärmer von CelebrationMartin Berger: Mich reizen Theaterstücke, die inhaltlich und formal spannende Fragen aufwerfen, die ihrerseits spannende Lösungen fordern. Wenn solch ein Theaterstück auch noch ein Musical ist, ist das ein ganz besonderer Glücksfall – für mich sind Theater und Musik eine kaum zu übertreffende Symbiose. „Celebration“ bietet genau das: es beschäftigt sich mit Themen wie der Bedeutung einer transzendenten Macht in unserem Leben, der Ambivalenz der menschlichen Erfahrung und dem Verhältnis von Idealismus und Zynismus, gießt diesen Inhalt aber in die Form des musikalischen Unterhaltungstheaters.
Übrigens wurde „Celebration“ nach unseren Recherchen etwa vier Mal im deutschsprachigen Raum gespielt – vermutlich war die Erstaufführung in der DDR in den 70ern, später gab es noch drei Schulproduktionen dieses Stücks, die letzte 2006 in Zeitz. Für uns war das Stück das Ende einer längeren Suche. Der Entschluss, ein Projekt zu machen, stand vor dem Entschluss, Celebration zu machen.

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Neu renovierte Ferienwohnung am Schloß Charlottenburg – Mit Ödipedia-Sonderangebot!

21. März 2009 (16:05:19) | Neuigkeiten | Von: Benedict

Ein Koffer in Berlin - Die Ferienwohnung am Schloss CharlottenburgEine Ferienwohnung, direkt am Schloß Charlottenburg gelegen, bei der man morgens durch den Schloßpark joggen, dann nach einem gemütlichen Frühstück innerhalb von Minuten auf Messebesuch, Sightseeingtour am Zoo, Theater (z. B. das wunderschöne Renaissancetheater), Shopping in der Wilmersdorfer Straße sein kann – diese Lage ist selbst für Berlin außergewöhnlich.

Besonders interessant ist nun, dass die Ferienwohnung – deren Betreiber unsere Gruppe schon einmal durch ein Sponsoring unterstüzt hat – diese Wohnung komplett neu renovieren lassen hat: Bad, Wohnzimmer, Flur, alles ging aus einer Schönheits-Op neuer, praktischer und heller hervor. Das große Doppelbett der Ferienwohnung am SchloßDas Ergebnis kann sich sehen lassen. Von optischen Details, wie dem beeindruckenden Waschbecken über das größere, praktische Doppelbett, bishin zur weißen Ledercouch und der gemütlichen Frühstücksecke.

Die vollständig ausgestattete Küche (Herd, Kühlschrank, Toaster, Wasserkocher, Kaffeemaschine usw.) ist bei der Ankunft von Gästen bereits mit Nahrungsmitteln fürs Frühstück (Marmelade, Toast, Cornflakes), aber auch mit Mineralwasser, Saft, Eiswürfeln und sogar Spaghetti und Gewürzen ausgestattet.

Doch das Beste zum Schluß: Sonderangebote! Nicht nur 7 Nächte zum Preis von 6 oder ein Romantikwochenende sind im Angebot, sondern vor allem: Ein Ödipediaspecial! Ödipedia sehen und sparen heißt die Devise* – wer bis zum 30. April 2009 bucht und den Rabattcode ÖDIPEDIA im Text des Buchungsformulars oder telefonisch erwähnt, erhält satte 10% Rabatt!

* = Angebot gilt auch, ohne Besuch einer Ödipediaaufführung.

Wichtige Hinweise: Die ATA GbR, die diese Ferienwohnung betreibt, ist ein Sponsor unserer Gruppe. Die in diesem Artikel geschilderten Fakten und die Begeisterung für die Ferienwohnung am Schloß sind jedoch absolut authentisch. Wollen auch Sie uns durch ein Sponsoring unterstützen, so informieren Sie sich auf unseren Seiten für Sponsoren oder kontaktieren Sie uns unter sponsoring (at) antigone20.de

Vorhang zu für den grünen Frosch

20. März 2009 (00:15:06) | Verschiedenes | Von: Benedict

Die Hand des FroschesZeit für ein paar neue Fotos mit unserem wunderschönen Lamellenvorhang. Am Montag war Hans nochmal hier und wir haben uns ausführlich über diese großartigen Bühnenelemente und ihre szenische Nutzung unterhalten. Heute wurde die Theorie in die Praxis umgesetzt, denn Lisa warhier und in einer Einzelprobe haben wir die Pal/Kermitszene entwickelt, bei der sie einen grünen Frosch durch den Vorhang steckt und mit ihm “spricht”, während der von Christoph Keune eingesprochene schwedische Text vom Band kommt. Das klingt recht einfach, aber dennoch gilt es eine ganze Menge zu beachten: Zum Beispiel, in welche Richtung die Lamellen ausgerichtet sind.Ein grüner Frosch, professionell von Lisa durch den Lamellenvorhang gesteckt. Zwar werden wir versuchen, das bei den Aufführungen immer in die gleiche Richtung einzustellen, aber falls der Vorhang doch mal um 180° gedreht sein sollte, muss man die Handpuppe andersrum durch den Vorhang stecken. Schwer zu erklären, ist aber so. ;-)

Auch der “Abgang” einer Handpuppe durch den Lamellenvorhang ist schwieriger als gedacht: Wenn man es nicht auf genau die eine richtige Art und Weise macht, droht die ganze Vorhangskonstruktion zerstört zu werden.

Und da wir gerade so schön bei Lamellenvorhangsfotos sind, reiche ich hiermit noch ein Foto von unserem Shooting am 15.03.2009 nach. Und zwar handelt es sich um die bezaubernde Antigone mit einem Regenschirm auf einem roten Tisch, nach dem Klick auf “mehr”. Mehr »