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Ganz großes Tennis

04. März 2009 (11:34:17) | Proben | Von: Benedict

Die 4. Szene des 1. Teils von Ödipedia: ein Tennisspiel mit zwei Boten (Stefan und Lisa), sowie Ödipus (Martin, rechte Seite). Foto vom 01.03.2009.

Wenn man sich bei Tennis, Badminton oder Volleyball auf den Boden schmeißen muss, um den Ball gerade noch zu erwischen, dann tut man das für die Mannschaft, für die Punkte, für den Sieg, den Aufstieg, den Ruhm oder auch des Geldes wegen. Wenn ich zu Lisa sage, sie solle das auf der Bühne tun, ist das anders. Dann ist das Tennisspiel nicht echt, wir haben noch nichtmal Schläger oder Bälle (ich setze Requisiten nur ein, wenn sie eine tiefere Bedeutung haben).

Die 4. Szene des 1. Teils von Ödipedia: ein Tennisspiel mit zwei Boten (Stefan und Lisa), sowie Ödipus (Martin). Foto vom 01.03.2009.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum macht Lisa das überhaupt und ruiniert möglicherweise ihre Knie dabei? Wie Martin richtig gesagt hat, lassen sich diese Körper schließlich nicht wegleugnen. Vielleicht macht sie es für mich, vielleicht macht sie es, um die anderen Schauspieler, die mit ihr auf der Bühne stehen, nicht zu irritieren, vielleicht macht sie es für sich selbst oder für ihre Rolle. Aber wahrscheinlich macht sie es hauptsächlich für euch, das Publikum.

Die 4. Szene des 1. Teils von Ödipedia: ein Tennisspiel mit zwei Boten (Stefan und Lisa), sowie Ödipus (Martin). Foto vom 01.03.2009.

Schauspieler sind (ebenso wie Tänzer) nicht nur Künstler, sondern auch ihr eigenes Material. Sie formen ihren Körper, verändern ihn, verletzen ihn, bewegen ihn. Dazu gehört einiges an Mut und Kraft. Seid dankbar.

Wer das schönste Tennisbild sehen will – Stefans heroischer Sprung, um einen kaum haltbaren Schlag von Lisa abzufangen, der klicke auf Mehr. 😉

Die 4. Szene des 1. Teils von Ödipedia: ein Tennisspiel mit Boten (Stefan, rechts), sowie Ödipus (Martin, links). Foto vom 01.03.2009.

Die Szene, die auf den Bildern zu sehen ist, ist die 4. Szene des 1. Teils von Ödipedia. (Das Netz wird bei der Aufführung nicht von Stühlen, sondern von Schauspielern gehalten.)

Ein Thema, dass sich konsequent durch das Stück zieht, ist „Competition“, Wettkampf, Spiel und natürlich Schau, Gameshow, Quizshow, Talkshow. Zum ersten Mal taucht das Motiv auf, als Ödipus sich im Prolog die Zähne putzt – und daraus kurzerhand einen Zähneputzwettbewerb macht. Es folgt die Entscheidung zwischen zwei Toren („links oder rechts, hätte das Orakel mir doch nur gesagt, wie ich mich richtig entscheide“) ein Wettlauf (der blinde Seher mit dem Fußkranken Ödipus), Armdrücken mit dem Schwager Kreon, die eben hier gezeigte Tennisszene und zum Schluss des 1. Teils ein Schattenspiel/eine Schattenwand, hinter der Ödipus steht. Im zweiten Teil möchte Ödipus das Spiel eigentlich wieder aufnehmen: Eine Runde Twister ist angesagt – aber schnell erkennt er, dass in Kolonos nicht er die Spielregeln angibt. Theseus, Antigone, die Sphinx, selbst der Chor haben auf einmal eine stärkere Position als er.

Zwischendurch gibt es immer wieder Auftritte der Sphinx, dem Quizmaster des Lebens, die das Quizspiel leitet, sowie mehrere Forschungs- bzw.Hintergrundvideos, wie in Shows dieser Art üblich.

Und nun noch zu etwas komplett anderem: Ein schönes Bild davon, wie Marens Kostüm durch meine Assistentin Maike auf das Besticken mit Pailletten vorbereitet wird:

Maike (links) markiert mit Kreide, wie das Kostüm von Maren (rechts) zu besticken ist. Foto vom 01.03.2009.

Kommentare

Kommentar von Alessa
Zeit: 04. März 2009, 21:40:55

Mensch, da hab ich aber was verpasst…

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