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Textfrust und Abhilfe

16. Dezember 2008 (16:22:59) | Verschiedenes | Von: Annika

Nach so vielen positiven Berichten ist es auch einmal Zeit, viel angestauten Frust rauszulassen und über den Schmerz eines Schauspielers beim Textlernen zu reden. Weh und Ach! Io! Ai!! Ich werde das NIIIIE lernen!! So oder ähnlich sind die Gedanken, die mir in den Sinn kommen, wenn ich mein Textbuch zur Hand nehme, dass schon jetzt ziemlich abgenutzt aussieht. Dabei ist es nicht der Text der Tiresia/Fred oder Liftofos, der mich verzweifeln lässt, sondern die langen Chorpassagen die leider völlig ohne Rythmus oder Reim sind (es ist halt nicht jeder ein Genie wie Hölderlin und schafft es, das griechische Versmaß zu erhalten). Auch ist der Text nicht immer so logisch aufgebaut, dass man sich am Sinn „entlanghangeln“ könnte. Kommt die Aufzählung der Götter im 1. oder im 3. Vers? Wie heißen diese ganzen Götter denn auch gleich und wo waren noch gleich die Atempausen? Puuh, ganz schön knifflig. Drahtons Text ist da schon eingängiger: „Schweiget! Bin weder Prophet noch schöne Muse, trage weder Hose noch Bluse. Doch eins ist gewiss, dass sollt ihr erinnern: Mit meinem Wissen werdet ihr zu Gewinnern…“ usw. Toll!

Leider weigert sich Beni, dramaturgisch einzugreifen und Teile des Chors zu streichen. Und da er das letzte Wort hat, werde ich wie alle anderen wohl die Zähne zusammenbeißen – dabei würde ich dieselben doch manchmal lieber in mein Textbuch schlagen… Da hilft nur: Lesen, lesen, lesen. Laut (zu Hause) oder leise (U-Bahn) oder im Chor (siehe Probenbericht).

Und wenn keine Zeit ist, den Frust in einen Blog zu übertragen, muss doch das letzte Frustschutzmittel her: Schokolade. Viel Schokolade. Hat ja auch schon bei Ödipus gewirkt 😉 Ach ja: An dieser Stelle spreche ich offiziell mein Mitleid und meinen Respekt für Martin aus, der geschätzte 2/3 des Textes auswendig können muss und bei jeder Probe Fortschritte beweist! (wie machst du das??) :-)

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