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Selbsterkenntnis ist der erste Schritt. Oder: Was ist deine Sünde?

06. Dezember 2008 (23:29:58) | Veranstaltungshinweise | Von: Annika

… zugegeben diese Weisheit hätte Ödipus sich vielleicht lieber nicht so sehr zu Herzen genommen. Die Charaktere in Sartres Stück ‚Geschlossene Gesellschaft‘ müssen aber genau das erkennen. Doch bevor sie das tun, entwickeln die 3 Schauspieler in der Inszenierung des „Theater unterm Dach“ trotz der nach allen Seiten offenene Bühne ein Gefühl der Bedrängung und Enge, das sich schnell auch bei mir als Zuschauerin bemerkbar gemacht hat. Denn schnell ist klar: Die verschlossene Tür, das fremdartige Gefängnis besteht nicht aus Steinmauern sondern ist in den Personen selbst angelegt. Und so hat sich jeder der drei sein eigenes Gefängnis geschaffen. Diese Wahrheit ist es, die sie verbindet. Trotzdem müssen sie sich gegenseitig helfen, um zu fliehen. Und das ist komplizierter, als es auf den ersten Blick aussieht. Denn mit dem Seelenstriptease allein ist es nicht getan.

Gerne würd ich über diese beeindruckende Inszenierung noch mehr schreiben, aber wie auch die letzten beiden Tage wird morgen um 6:00 Uhr mein Wecker klingeln und mich zu einem 10-stündigen PR-Seminar bestellen. Der einzige Trost: Ich lerne dort ganz viele tolle Dinge, die sich vielleicht sogar für Antigone 2.0 einsetzen lassen. Bis dahin: Gute Nacht!

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