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Probe ohne Szeneputzzähne

23. Oktober 2008 (11:50:07) | Proben | Von: Benedict

Die Probe am Sonntag von 14 bis 18 Uhr verlief erstaunlich gut. Stefan hat wieder die Aufwärmübungen übernommen, ich habe eine eigene Idee angeschlossen: Die Cocktail-Party in den jeweiligen Rollen. Danach hat Alessa einige Übungen zum chorischen Sprechen – Am Beispiel der Fuge aus der Geographie, sowie einem Gedicht von Erich Fried – angeleitet.

Wir haben auch danach hauptsächlich Chorszenen geprobt. Zunächst eine Wiederholung der „Angstgesten“ und der „Gewaltreaktionen“. Diesmal habe ich mir auch endlich ein paar Notizen dazu gemacht (ein ungewohntes Gefühl, ohne Assistenz zu arbeiten). Die Einbettung dieser Angst- und Gewaltreaktionen auf die Sphinx in die zugehörigen Szenen sah gar nicht mehr so schlecht aus, wie bisher. :-) Wir haben auch eine „Andachts-/Bethaltung“ für den Chor geprobt, das sah jetzt noch nicht soooo prächtig aus (siehe Fotos, die in diesem Artikel verteilt sind), aber ich werde auf jeden Fall damit rumexperimentieren.

Es folgten erste Ansätze für die Umsetzung des Prologs, der mit folgendem Text beginnt: „Am Anfang waren Alles und Nichts! Und Alles und Nichts waren Eins! Doch Nichts konnte Eins sein, wenn Alles Nichts ist! So wurde aus Eins Alles und Nichts trennte es! […]“ Der Prolog führt in das Stück ein, stellt auch unser Bühnenbild und unser Konzept vor. Das ganze durch eine relativ „leicht zugängliche“ Szene – im Gegensatz zum Antigone 2.0 Prolog, der für viele Zuschauer etwas irritierend war. Damals hatten wir nämlich eine Szene, in der ein Text im Kanon gesprochen und gleichzeitig projiziert wurde – was dazu führte, dass die meisten Leute weder die Projektion, noch das gesprochene Wort richtig wahrnahmen. Diese Überforderung war natürlich erstmal beabsichtigt, wurde allerdings vielfach nicht so aufgenommen, wie wir uns das gedacht hatten. Diesmal werden wir mit einem ganz klassischen „Theatererzähler“ arbeiten und seine Worte mit Händen und Füßen illustrieren. Sieht lustig aus, steckt nicht so viel intellektueller Kram dahinter und „öffnet“ das Publikum hoffentlich für das, was danach kommt.

Weiter ging es mit einem Entwurf für den Beginn der 2. Szene des 1. Teils. Ödipus, der auf dem Boden liegt (noch von der vorherigen Szene, in der es einen Wettlauf zwischen Ödipus und Tiresias gibt – letzterer, der Blinde, stellt am Schluß Ödipus, dem Lahmen, ein Bein…), wird von Kreon hochgezogen, woraus sich unmittelbar ein Armdrücken ergibt. Funktioniert schon erstaunlich gut. Hier drei Bilder aus dieser Szene (Anklicken zum Vergrößern!):

Zuletzt haben wir noch eine Szene gelesen und zwar die 5. Szene des 1. Teils. Die nächste Probe wird eine ausführlichere Leseprobe sein, dann werde ich mehr hierzu schreiben. Leider kamen wir nicht mehr zur Szeneputzzähne Zähneputzszene, doch über das Wortspiel konnte ich trotzdem minutenlang kichern. Es handelt sich um den Schluss des Prologs, die Szene zwischen Ödipus und Priester. Warum sie Zähneputzszene heißt, erläutere ich mal in einem anderen Blogeintrag… 😉

Unser Stimmtrainer Roman war während der Probe ebenfalls anwesend und hat ein paar wertvolle Notizen gemacht – Ich bin gespannt, wie sich die einzelnen Stimmen noch entwickeln werden.

Fotograf Björn hat ein paar professionellere Fotos gemacht, als die in diesem Beitrag eingebundenen. Ich bin schon sehr gespannt, wie sie geworden sind.

Im Anschluss an die Probe gings dann noch zu Sophias Geburtstagsparty, die ebenfalls sehr lustig war.

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