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Schwuler Drache und erwürgte Sphinx

30. September 2008 (12:29:49) | Proben | Von: Benedict

Bei der Probe am Sonntag haben wir uns mit Reaktionen auf die Sphinx – Furcht, die in Gewalt umschlägt – dem Prolog des 1. Teils, sowie der 1. Szene des zweiten Teils beschäftigt. Außerdem gab es wieder Aufwärmübungen von Stefan und Lisa, sowie eine Wiederholung von einigen bisherigen Bestandteilen und natürlich etwas Theorie. Anwesend waren Alessa, Annika, Hans, Lisa, Mandy, Miriam, Robert, Sophia, Stefan sowie ein Gast (Markus).

Mandy hat den schwulen Drachen (Bild links), den jemand auf den Wunschzettel geschrieben hatte und der ziemlich flott umgesetzt wurde, sehr schön improvisiert. Ödipus wurde interessanterweise in dieser Probe von unserem Quotenschwulen Stefan gespielt, was die Sache nur noch komischer gemacht hat. 😉

Der Drache namens Drache tritt auf, fragt nach dem Weg, bemerkt Ödipus, will ihn verführen, Antigone hext ihn weg. Dabei wollte ich es natürlich nicht bewenden lassen: Meiner Ansicht nach ist der Drache in Wirklichkeit die getarnte Sphinx, die Ödipus nach einem erotischen Abenteuer auffressen will – oder so. Warum Antigone (Bild rechts: erste von links) auf einmal hexen kann, wie Bibi Blocksberg und die Sphinx damit besiegt ist damit allerdings noch nicht geklärt.

Ich habe ja bereits über Reaktionen auf die Sphinx geschrieben. Die Sphinx bedingt den Zusammenschluss der Gemeinschaft bzw. des Chors: Aus Furcht, aus Hoffnung (auf ein Leben nach der Sphinx), aus Gewaltbereitschaft gegen sie, es gibt viele Gründe warum sich diese Gemeinschaft bildet. Dabei bleibt sie zusammengesetzt aus Individuen. Der Chor handelt gemeinschaftlich, dabei jeder einzelne allerdings auf seine spezifische Art und Weise. Jede Figur hat beispielsweise ihre eigene Angst vor der Sphinx. Physische Ängste, Existenzängste, Angst vor Krankheit, usw.

Auch beim Angriff auf die Sphinx handelt jeder anders, was wir am Sonntag geprobt haben. Theseus lässt Fäuste sprechen, der Bote rammt sie, Antigone tritt sie, wenn sie schon am Boden liegt und Drahton, das sprechende Fahrrad erdrosselt sie mit einem Kabel, wie auf den folgenden sieben Bildern zu sehen ist:

Kommentare

Kommentar von Mandy
Zeit: 30. September 2008, 22:54:37

Ja, das gefällt euch, wa? :-p

Kommentar von Stefan
Zeit: 30. September 2008, 23:16:10

Hilfe, ich seh auf den Fotos ja aus, als ob ich voll den dicken Bauch hab. Jetzt krieg ich wieder Komplexe 😉

Kommentar von Stefan
Zeit: 30. September 2008, 23:17:28

Und außerdem: Quotenschwuler???? Das ist ja wohl voll die Diskriseminierung. Ihr reduziert mich auf meine Sexualität *lach*

Kommentar von Benedict
Zeit: 30. September 2008, 23:32:49

Stefan, ich habs dir schon so oft gesagt: du bist selber schuld, wenn du Pullis mit Querstreifen trägst! Längs! Nicht quer!

Kommentar von Mandy
Zeit: 01. Oktober 2008, 12:01:43

Ach Stefan… -Du hast doch keinen dicken Bauch -nur ein WOHLFÜHL-BÄUCHLEIN 😉
Ja ja, diese bösen Querstreifen…

Kommentar von Sybille
Zeit: 06. Oktober 2008, 16:51:19

„Quotenschwuler“ kenn‘ ich als Begriff eigentlich nur von unterbelichteten, sprachlich wenig reflektierten Stammtischbesuchern.
Ich finde, es steht einem so engagierten Theaterprojekt (und Theaterprojekte widmen sich ja allemal auch der Sprachpflege, indem sie alte Sprache tradieren und fortschreiben) eigentlich nicht an, so dämliche und Personen auf e i n e Eigenschaft reduzierende Schlagworte zu verwenden.
Schade, so wenig Reflexion vor dem Schreiben- ich überlege, ob ich für euer nächstes Projekt zum Zuschauen wieder aus Konstanz am Bodensee anreise- eher wohl nicht….

Kommentar von Benedict
Zeit: 06. Oktober 2008, 22:48:22

Liebe Sybille,

Unsere Theatergruppe ist extrem offen und tolerant. Stefan ist zufällig der einzige Schwule, der bei Ödipedia mitmacht, und ich habe ihn im Scherz als „Quotenschwulen“ bezeichnet (übrigens in diesem Beitrag erst- und einmalig). Dass es sich um einen Scherz handelt, wird auch durch den Smilie nach dem Satz deutlich. Stefan – den ich niemals nur auf „e i n e Eigenschaft“ reduzieren würden, sondern als Schauspieler und als Person sehr schätze, hat es auch als solchen verstanden.
Ich hoffe, du reduzierst unser Tun nicht nur auf diesen einen Blogbeitrag, den ich von mir aus – und nicht im Namen der Gruppe – geschrieben habe und überlegst dir vielleicht doch nochmal für eine Aufführung von uns vom Bodensee aus anzureisen. Sehr gerne lade ich dich auch auf ein Getränk ein und wir können gemeinsam über die Verwendung von Sprache in Blogs, Stammtischschlagworte und Sexualität diskutieren.

Liebe Grüße,
Benedict

Kommentar von Stefan
Zeit: 07. Oktober 2008, 00:14:40

Liebe Sybille,
ich glaub, du hast hier ein bisschen überreagiert. ich schätze dein Engagement für Minderheiten (super und Daumen hoch!), aber ich kenne Benedict und weiß, wie er es meint. Natürlich ist es vielleicht ein wenig unüberlegt, aber wenn ich was dagegen hätte, hätte es Benedict erfahren und den Beitrag geändert – also urteile auch nicht vorschnell, ansonsten reduzierst du uns auf diese Sache – und wie gesagt: ich als „Betroffener“ sehe das nicht so wild. Denn Stammtischniveau ist etwas, dass wir wohl noch nie hatten – zumindest nicht ernsthaft 😉 Also liebe Sybille: ruhig Blut!

Kommentar von Steven Ratzmann
Zeit: 07. Oktober 2008, 08:35:12

Also ich würde gern etwas über die sexuellen Orientierungen aller Schauspieler erfahren-nicht nur von einem :o)- legt das ruhig offen!

Kommentar von Sybille Gnera
Zeit: 07. Oktober 2008, 16:25:09

Lieber Benedict,
auf deine Einladung komme ich gern zurück, würde aber die Gesprächs- Agenda dann noch um das Thema Verantwortlichkeit für Reaktionen auf Fremd- Outings erweitern wollen- mein Vetter wurde nämlich schon einmal- aufgrund eines ähnlichen Outings- Opfer von Schwulen- Bashing.
Ich bin der Meinung, daß du dich selbst nach Herzenslust outen kannst- beim Outing von anderen tastest du Persönlichkeitsrechte an- oder hast du Stefan vorher nach seinem Einverständnis gefragt? Das wäre natürlich etwas Anderes.

Ich bin gespannt auf euren Auftritt und ein Gespräch danach (ob mit oder ohne Getränk :o),

liebe Grüße aus Konstanz

Sybille

Kommentar von Benedict
Zeit: 07. Oktober 2008, 16:42:43

Du hast Recht: Das zu schreiben, ohne Stefan zu fragen war etwas unhöflich. Allerdings hängt sowas auch immer stark vom Einzelfall ab: Wenn Stefans großes Geheimnis wäre, dass er schwul ist und er das unserer Gruppe im Vertrauen offenbart, hätte ich das hier nicht geschrieben – er geht aber offen damit um, sodass ich nicht groß drüber nachgedacht hatte.
Den Erweiterungsvorschlag für die Gesprächsagenda nehme ich gerne an.
Liebe Grüße,
Benedict

Kommentar von Mandy
Zeit: 08. Oktober 2008, 23:56:39

Ach mein Schätzelein Stefan… Da sorgst du ja für gehörigen Wirbel… 😉

Kommentar von Johanna
Zeit: 09. Oktober 2008, 01:20:29

kennst ihn doch…wenn es um Stefan geht, dann werden immer alle verrückt….

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