Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Pulen
Gestern habe ich auf unsere ersten Forschungsergebnisse verwiesen, sowie ein paar Fotos online gestellt. Fraglich kann für den ein oder anderen bleiben, was die Ergebnisse eigentlich bedeuten.
Hierzu nun einige meiner Gedanken:
Zunächst ist festzustellen, dass Länge und Menge der Beiträge zum Pulreflex ihren Peak am zweiten Messpunkt erreichen. Der dritte Messpunkt, der die doppelte Blutalkoholkonzentration und Zeit darstellt ist von kürzeren, weniger elaborierten, Antworten geprägt, als die zum zweiten Messpunkt. Meiner Ansicht nach ist dies teilweise der frustrierenden Notwendigkeit geschuldet, dreimal innerhalb kurzer Zeit die gleiche Frage mit unterschiedlichen Antworten zu belegen. Deutlich zum Ausdruck bringt dies die Antwort „Man pult! Mehr gibts nicht zu sagen!“ die in ihrer Finalität das Pulen, welches zuvor temporal und kausal eingeschränkt bleiben musste, nun als gesellschaftliches und diskurstheoretisches Phänomen eröffnet. Diese Öffnung bei der Kontrollgruppe lässt sich faszinierenderweise bei den Bier- und Weintrinkern (zumindest am dritten Messpunkt) nicht beobachten. Stattdessen finden wir hier egozentrische Positionen, wie „Ich habe gepult, weil ich betrunken bin, es Spaß macht, ich nachdenke, ich mich langweile, es eine Gewohnheit ist.“ Diese sind zwar in ihrer selbstreflexiven Rückschau interessant, ihr Beitrag für die Studie ist jedoch (meiner Meinung nach) eher unwesentlich. Mehr »











