Ablasshandel heute: Halloween
Halloween ist eines meiner Lieblingsfeste. Es findet am Tag vor Allerheiligen und damit am Reformationstag, den 31.10. statt. Der Reformationstag wiederum ist ein evangelischer Gedenktag an die Reformation des Christentums. Insbesondere an Martin Luthers Anschlag der 95 Thesen soll erinnert werden. Diese richteten sich gegen den Ablasshandel und gingen kritisch mit dem Papst ins Gericht.
Heute ist dies völlig in Vergessenheit geraten. Halloween ist das Fest der Kürbisse, Hexen und anderer Gruselgestalten. Absurderweise ist es Brauch, dass Kinder von Haus zu Haus gehen und „Süßes oder Streiche“ verlangen, d. h. sofern sie keine Süßigkeiten erhalten, werden sie dem Hausbesitzer einen üblen Streich spielen. Warum absurd? Weil gerade dieses Verhalten einen modernen Ablasshandel darstellt. Man kann sich vor schlechten Folgen (die man nur ebenso vage erahnen kann, wie die Beschaffenheit der Hölle oder des Fegefeuers) durch Materielles freikaufen. War Luthers Kampf also doch nicht so erfolgreich?

Was für ein Tag! Vielleicht lag es daran, dass ich mir gestern Abend noch „Der Beweis“ im Theater unterm Dach angesehen habe (übrigens eine hervorragende Inszenierung eines tollen Stücks), jedenfalls war ich heute ganz und gar nicht fit.







