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Sicherheit in Text und Schritt

21. Oktober 2007 (13:02:44) | Proben | Von: Annika

Eurydices TränenDer Herbst kommt. Ich sitze frierend (da meine Heizung noch nicht voll läuft) an meinem Schreibtisch und gucke den Blättern zu, die vor meinem Fenster tanzen. Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht. War es nicht Sommer, als wir uns zum ersten Mal trafen um Antigone 2.0 ins Leben zu rufen? Jetzt proben wir bereits an zwei Tagen pro Woche, da die Aufführung mit großen Schritten näher rückt und noch so viele Szenen nicht sitzen. Gestern stand das sechste Epeisodion auf dem Probenplan – endlich einmal wieder eine Probe, bei der ich auch spielen durfte. Da wir in der Nacht alle zusammen in Miriams Geburtstag reingefeiert hatten, waren die Gesichter entsprechend blass und der Kaffeekonsum enorm. Doch Benis wiederholte Mahnungen zur Konzentration waren erfolgreich. Inzwischen sitzt der Text (zumindest bei den meisten von uns) so sicher, dass wir nun an den Feinheiten einer Szene arbeiten – eine harte Arbeit. 10 Minuten lang versuchte ich, meinen Text so schwach wie möglich zu hauchen und gleichzeitig das Höchstmaß an Bestürzung hinein zu legen – das Rückwärtsstolpern muss ich daheim vor dem Spiegel noch ein bisschen üben. Trotzdem ist das die Arbeit, die das Theaterspielen so interessant macht. Was verändert sich, wenn ich die Hände nach hinten nehme, oder vor der Brust falte? Klingt Haimons Text überzeugender, wenn Stefan am Ende eines Satzes die Stimme nach oben oder unten verstellt? Und warum ist es für den Boten wichtig, immer eine aufrechte Körperhaltung zu bewahren?

Während ich die Probe vor meinem inneren Auge Revue passieren lasse, fällt auf einmal der Blick auf die Uhr – schon gleich 13:00h! Oh Schreck, wenn ich mich jetzt nicht beeile, komme ich zu spät. Wohin wohl? Zur Probe natürlich!

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