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In Stöckelschuhen durch halb Berlin

01. Oktober 2007 (00:15:04) | Proben | Von: Mandy

StöckelschuheDer Titel ist zwar maßlos übertrieben, aber wer schon mal in hübschen (allerdings auf Dauer nicht sehr bequemen) Absatzschuhen eine längere Strecke über huckeliges Kopfsteinpflaster gelaufen ist, weiß um die Gefahr des Steckenbleibens in irgendwelchen plötzlich auftauchenden Lücken/Löchern, des nicht ungefährlichen Umknickens und der geschwollenen Ballen am Ende der Pumps-Session. Wenn man dann auch noch waghalsige Unternehmungen auf sich nehmen muss wie z. B. das todesmutige Hinabklettern einer Böschung, um den Fotografen zufrieden zu machen und ihm ein geeignetes Motiv zu liefern… also, dann fühlt man sich wirklich fast schon wie ein Held – vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass sich nicht weit weg vom Ort des Geschehens Polizisten aufhielten, die uns jeden Moment hätten erwischen können. Tja, was tut man nicht alles für das wunderbare Projekt ANTIGONE 2.0? Aber es hat sich gelohnt – so viel kann ich mit Stolz behaupten, und meine Mitstreiter werden mir mit Sicherheit zustimmen! Doch ich sollte vielleicht von vorne beginnen.

Um 12:30 Uhr erreichte ich das Theaterhaus Mitte, in welchem die heutige Probe bereits in vollem Gange war. Ich war eine der letzten, die im Raum 212 auftauchten. Es fehlten noch Haimon und der Bote, die aber nach einiger Zeit auftauchten. Ich glaube, meinem Göttergatten nahm es niemand übel, dass er im Umzugsstress die Probe vergessen hatte ;-).

Um uns warm zu machen, wies uns Roman an, zu summen. Zuerst ein „m“, später ein „a“, welche dann im Wechsel miteinander verschmolzen. Hörte sich nach einer Weile fast an wie der Gesang von Mönchen, der durch die Klostermauern dringt… Nach dieser Übung wurde weiter geprobt. Die Szene, in der der Bote Eurydice vom Tod ihres Sohnes berichtet und später ein Zwiegespräch mit Kreon hält, ist zu köstlich. Großes Kompliment an alle Beteiligten dieser Szene! Schon jetzt bei der Probe war es ein wahres Vergnügen, euch zuzusehen! Fast bin ich ein bisschen neidisch auf die Zuschauer; würde ja schon ganz gerne mal im Publikum sitzen ;-). Danach war die Eingangsszene dran, bei der wir alle auf der Bühne stehen und in Form eines Kanons die Vorgeschichte erzählen. Nach anfänglichen Koordinierungsschwierigkeiten, klappte es dann aber schon relativ gut…

Nachdem dann auch der Schoko-Mikado-Stäbchen-Vorrat verbraucht war (ja, ich geb’s zu: War mal wieder maßgeblich an der Vernichtung derselbigen beteiligt), machten wir uns in Kostümen auf zum Palast der Republik, um ein Fotoshooting zu machen. (Also, ich habe ja schon das eine oder andere Bild gesehen: Sie sind toll geworden!:-) )

Weder die Kälte (noch Hunger oder Müdigkeit) noch die erstaunten, teils belustigten Blicke vorbeiaufender Passanten hielten uns davon ab, Höchstleistungen zu erbringen. Wir ließen uns einfach nicht irritieren. Nicht beim Anschmachten, nicht beim Überzeugend-Wirken hinsichtlich der Partnerrollen (Kreon-Eurydike, Haimon-Antigone, Bote, Seher), nicht beim Ausliefern und Erhängen meiner Wenigkeit… Suizid war an diesem Nachmittag Programm. Das Shooting war natürlich die perfekte Gelegenheit Promo(k *hihi*)-Karten zu verteilen, die selbstverständlich dankbar und mit Begeisterung entgegengenommen wurden…

Nach diesem erfolgreichen Proben-Sonntag suchten wir uns noch ein Resterong (na, wisst ihr noch?) auf, in dem wir endlich zu unserer wohlverdienten warmen Mahlzeit kamen. Da kann ich nur sagen: Guten Appetit!

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