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Monat: August 2007

Das erste Mal…

20. August 2007 (02:21:14) | Proben | Von: Mandy

Antigone und Kreon…ohne Text! Ich bin die zweite Szene, die wir bis heute auswendig können sollten, extra noch mal in Bus und Bahn durchgegangen, aber dann klappte es doch nicht ganz ohne Soufflieren. Aber ich fange lieber von vorne an:

Diesmal musste ich erst um 11Uhr da sein, was vielleicht der Grund dafür war, dass ich überpünktlich war. Eine Stunde länger schlafen macht schon was aus ;-) Benedict hatte mir kurz vorher eine SMS mit dem Hinweis, dass sich die Gruppe in der Aula aufhalte, geschickt, so dass ich wusste, wohin ich musste (ja, ja… was sich reimt, ist gut!) -aber wie? Die Tür zur Treppe, die direkten Zugang zu jenem Raum gewährt, verwährte ihn mir leider durch ihre buchstäbliche Verschlossenheit. Doch zum Glück wurde mir schnell weitergeholfen, so dass ich keine zwei Minuten später den Kopf durch die richtige Tür stecken konnte. Roman war gerade dabei den anderen Instruktionen zu geben. Ich gesellte mich dazu und kam in den Genuss, sechsstellige Zahlen in unterschiedlichen Stimmungslagen Richtung Publikum zu schmettern. Einmal als Nachrichtensprecher, der die Zahl der Verunglückten verkündet, einmal als Reporterin, die die unglaubliche Besucherzahl irgendeines Events präsentiert. 234.456; 869.351; 709.483…

Wir hatten heute übrigens das Glück, ein Catering gesponsort bekommen zu haben mit allem, was ein gutes Frühstück braucht. Vor allem die Salami war der Hit; ich glaube, die haben mein Verlobter und ich fast alleine aufgegessen *unschuldig-guck*… Jedenfalls vielen Dank noch mal an Alessas Mama und ihre Schwester, die auch längere Zeit im Publikum saßen, wodurch die Spielsituation schon etwas authentischer wirkte.

Nachdem wir uns also gestärkt hatten, ging es weiter. Das gute Netzwerkkabel kam wieder zum Einsatz. Ich glaube, so wirklich grazil sieht das noch nicht aus; ab und zu stolpere ich noch und verfange mich in dem Seil -äh… KABEL. Ich konnte das Ganze bereits auf Fotos bewundern, die Björn heute bei der Probe gemacht hat. Hatte vorhin eine Email mit drei Fotos der Seil-/Fang-Szene in meinem Posteingang -VIELEN DANK hierfür, lieber Björn!

Antigone beim Seilspringen nach der Bestattung

Es müssen für jede gespielte Szene ungefähr eine Million Bilder geworden sein. Bin sehr gespannt auf das Resultat! :-)

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Bühnenbau: Eine Anleitung

18. August 2007 (17:56:20) | Neuigkeiten | Von: Benedict

Der erste Eindruck einer Inszenierung bezieht sich normalerweise auf den Raum – sei es der Zuschauer-, oder Bühnenraum. Daher legen wir besonderen Wert auf unser Bühnenbild. Es besteht unter Anderem aus knapp 400 handgefertigten Styroporziegeln, wie Haimon ja bereits angedeutet hat. Ich selbst und meine Schauspieler helfen beim Bau dieser Ziegel, wodurch eine besonders intensive Beziehung zum Bühnenbild entsteht.

Wie werden sie allerdings hergestellt? Wen sich das schon immer gefragt hat, erhält nun die langersehnte Antwort:

Man nehme zunächst 7,5mm dicke Styroporplatten aus dem Baumarkt. Ich bin mir nicht sicher, ob die Größe genormt ist, bisher waren alle, die wir eingekauft haben jedenfalls gleich groß. ;-) (Maße siehe unten) An Werkzeug wird für den ersten Schritt benötigt: Maßband oder Zollstock, Winkel, Stifte. Die besten Erfahrungen haben wir mit Whiteboard-Markern gemacht. Die greifen das Styropor nicht an und sind darauf gut sichtbar.

Anleitung Styroporziegel I: Styroporplatten Mehr »

Arbeit über Arbeit

15. August 2007 (18:10:10) | Neuigkeiten | Von: Stefan

Zeichnen, Schneiden, Kleben!Puh, mit Styroporstaub bedeckt, mit Styroporkleber beklebt und mit Gips und Sand verdreckt bin ich auf dem Weg nach Hause. Nachdem der Regisseur höchstselbst, Michael, unser angehendes Bühnbildgenie, und ich uns Montag und heute an die Arbeit gemacht haben, die Styroporsteine auszuschneiden, zusammenzukleben, Sand hinein zu füllen und mit Gips zu ummanteln, waren wir doch recht erschöpft, als wir 7 vergipste und rund hundert “Rohsteine” fertig gekriegt haben. Gespannt waren wir auf den Test, besonders ich, da ich die ehrenwerte Aufgabe habe, ein paar Wände im Laufschritt einzureißen.

Eine Mauer aus StyroporNun denn, so begaben wir uns auf den nahen Schulhof und bauten die Mauer.Benedict und Michael holten schnell noch ein paar mehr und einen Stuhl um die Bühnensituation möglichst realistisch nachzustellen. Sorgen machte uns der Wind, der beihnahe die Wand umgepustet hätte, bevor ich sie hätte umlaufen können. Aber zum Glück war Michael mit seinen starken Armen zur Stelle ;-)

Der Test war dann doch sehr interessant: ich wollte loslaufen, stockte nach einem Halt!-Ruf von Michael, der alles mit Fotoapparat aufnehmen wollte, im Laufen, stieß die Mauer aber noch um. Sah gut aus, meinten beide. Ergebnis nach weiteren Belastbarkeits-Tests, die der Herr Bühnenbildner ausgerufen hatte: 2 Totalschäden und 16 leicht und mittel beschädigte Steine. Die Hauptschäden entstanden aber bei der Kollision meiner Wenigkeit mit der Mauer, wohlgemerkt. Mal schauen, ob wir die Schäden vielleicht verringern können.


Als Abschluss hat uns Michael dann allen 3 ein Schawarma spendiert. Insgesamt war es trotz stupider Kleinarbeit doch sehr aufschlussreich und hat das Stück vorangebracht. Grüße

Hämon / Haimon

Beim Surfen entdeckt I: Der freundliche Bestatter 2.0

14. August 2007 (22:23:34) | Verschiedenes | Von: Benedict

Er heißt Tom und ist Bestatter. Dementsprechend fährt er auch ein Bestattungsfahrzeug und keinen Leichenwagen, das ist ihm wichtig. Aber was macht Tom so besonders? Er ist ein sogenannter “Berufsblogger”, das heißt er berichtet über seinen Job in einem Internettagebuch (so ähnlich wie wir das hier machen).

Sein Bestatter-Weblog ist extrem lesenswert. Es enthält humorvolle (ja, die gibts!) Geschichten aus dem Alltag seines Berufslebens – zum Beispiel von der einsamen Witwe, die nicht nur ein Paar Spatenstiche Erde ins Grab befördert, sondern es ganz zuschaufelt – damit es der unhöfliche Friedhofswärter nicht macht.

Die Geschichte hat mich sofort an Antigone erinnert, wie sie den Toten Polyneikes rituell mit Staub bestreut. Ich werde in Zukunft öfters mal interessante Entdeckungen, die ich beim surfen mache mitteilen. Ich hoffe es interessiert euch. ;-)

Memoiren eines Boten V – königliches Tête-à-tête

12. August 2007 (21:35:35) | Proben | Von: Alessa

Der Bote alias Alessa TschaftaryEndlich, nach langen Wochen Urlaub wieder die erste Probe – und sogar eine außerplanmäßige, nur mit mir dem Boten und Kreon. Warum? Na ja, ich muss gestehen, meine “Ferien”planung lief nicht so reibungslos wie vorausgesehen, ich werde diverse Sonntage, die ich eigentlich für Proben eingeplant hatte, im Krankenhaus beim Arbeiten verbringen müssen. Gut, dass ich so verständnisvolle Kollegen habe, die auch mal (für mich bitter nötige) Extraproben mit mir machen.

Diese Probe fiel besonders gemütlich aus, weil wir ja nur zu zweit waren, und deshalb kein Probenraum von Nöten war – sie fand in Kreons Wohnzimmer statt, auf dem schönsten Teppichboden, der je für nackte Füße gemacht worden war: einem roten Flokati. Kreon und Bote(Es ist also nicht verwunderlich, dass ich barfuß geprobt habe – obwohl ich sagen muss, ich probe am liebsten barfuß, auch auf dem schönen Parkett im Probenraum. Allerdings graust es mir schon vor den kalten Novembertagen…) Los ging es wieder mit Abklopfen und Einsprechen, und dann mit dem ersten Epeisodion, weil wir, laut Regisseur, ja beide “so sehr auf Chronologität” stünden (Lüge, ich mag die zweite Szene viel lieber – aber egal). Na gut. Ich musste feststellen, dass ich meinen Text leider doch nicht so gut gelernt hatte, wie gedacht. Aber nach diversen Durchgängen war es ganz ok, denke ich, auch wenn ich die zweite Hälfte des Textes ablesen musste. Hmpf. (Soviel zum berüchtigten fotografischen Gedächtnis der Medizinstudenten…) Die Stychomytien (schreibt man das so? na, die schnelle Wechselrede eben – edit: der Herr und Meister hat laut geseufzt und mich gerügt, es heißt “Stichomythien”) waren jedenfalls sehr lustig. Und ich habe dran gedacht, die meisten Worte auf -ig auch auf -ich zu sprechen. Nach bösen Blicken Kreons zumindest. Mehr »

Die Bühne – Spielplatz oder Grabkammer?

10. August 2007 (19:04:37) | Neuigkeiten | Von: Benedict

Steine und PuppenteileEin Treffen mit Bühnenbildner Michael Isenberg – und schon ist wieder das ganze Konzept umgeworfen! Das Bühnenbild wird nun doch nicht aus Glas gebaut werden, sondern massiv aussehen. Der endgültige Entwurf steht und kann auch flexibel an verschiedene Aufführungsorte angepasst werden. Einen Besuch beim Baumarkt haben wir ebenfalls bereits hinter uns.

Bühnenmodell (3D-Grafik)Für Pressevertreter und Bühneninteressierte gibt es in unserem Pressebereich die verschiedenen Entwürfe als 3D-Modelle und Fotos von den ersten provisorischen Bühnenelementen zum Download. Weitere Fotos vom Bühnenbau werden noch folgen. Außerdem hat Michael einen sehr interessanten Text geschrieben, der erklärt, welche möglichen Assoziationen von unserem Bühnenbild geweckt werden könnten, welche Dimensionen überhaupt beim Bühnenbau für eine antike Tragödie beachtet werden müssen, usw. Ich empfehle natürlich jedem Besucher unserer Seite mal einen Blick auf den Downloadbereich zu werfen und sich den Text herunterzuladen.

Außerdem suchen wir derzeit noch Sponsoren, die uns mit Puppenteilen (Kinderpuppen, Köpfe, Arme, etc.) versorgen können. Wir nehmen auch sehr gerne Ausschussware! Bitte kontaktieren Sie uns bei Interesse unter sponsoring@antigone20.de. Mehr »