Bei der revolutionären Inszenierung der Antigone 2.0 in der Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland (Berlin) erwartet man möglicherweise von einem Jungregisseur einen außergewöhnliche Arbeitsalltag. Zu Unrecht. Heute will ich mal erzählen, wie meine Arbeit für Antigone 2.0 wirklich aussieht. Bei den Schauspielern kann man sich das ja einigermaßen vorstellen.
Mittlerweile arbeite ich hauptsächlich im Büro (Anfangs habe ich mich noch mehr in Bibliotheken rumgetrieben und recherchiert, das ist mittlerweile abgeschlossen.) Der Kontakt zu (potentiellen) Sponsoren nimmt viel Zeit ein und ist natürlich wichtig für die Durchführung des Projekts. (Nochmal herzlichen Dank an getDigital, die uns mit Kostümen unterstützen.)
Ein weiterer Zeitfaktor ist der „Einkauf“. Ich versuche natürlich bei allem, was wir für die Aufführungen der Antigone benötigen (Bühnenbau, Kostüme, Büromaterial, IT-Ausstattung, Werbung, Catering für Proben, Bücher mit Hintergrundmaterial, Druckerzeugnisse, …) den günstigstmöglichen Preis, bei gleichzeitig hoher Qualität zu bekommen. Das erfordert manchmal Gratwanderungen. Sehr gerne würde ich manchmal bei jemandem einkaufen, den ich für äußerst kompetent halte, der schnell und flexibel reagieren kann – aber das Budget erlaubt nur den Zweitbesten mit endlos langen Lieferzeiten… Die Buchhaltung von Antigone 2.0 übernehme ich ebenfalls selbst, ist momentan zeitlich allerdings noch erträglich.
Der dritte Posten, der viel Zeit verschlingt ist die Vorbereitung und Durchführung von Proben und Theorietreffen. Jede Probe hat einen eigenen Probenplan, der genau auflistet, wer wann erscheinen sollte und was geprobt wird. Der muss natürlich angepasst werden, wenn mal jemand nicht kann, krank ist, etc. Dann gehe ich vor jeder Probe nochmal den Text durch. Bei Szenen, die wir schon öfter geprobt haben, konzentriere ich mich darauf, wie an bestimmten Stellen gespielt werden soll. Szenen, die zum ersten Mal geprobt werden, bereite ich vor, indem ich Anmerkungen zum historischen oder mythologischen Kontext an den Rand des Textbuchs schreibe, im Internet recherchiere, evtl. Kopien mache, die zum Verständnis einer Textstelle hilfreich sind. Dazu eignen sich dann durchaus auch Texte anderer Autoren.
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