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Die erste Probe

08. Juli 2007 (23:25:31) | Proben | Von: Mandy

Antigone zeigt was sie draufhatDrei Minuten nach 10 Uhr kam ich beim Theaterhaus Mitte an. Schon vom Weiten sah ich den Boten und meinen Verlobten. Ich gesellte mich zu ihnen, als wenig später Benedict kam, der sich nach der Raumnummer erkundigt hatte. Gut gelaunt und voller Tatendrang warteten wir noch eine Weile auf Kreon, der ein wahrhaft köniCHliches 😉 Verhalten an den Tag legte… Somit gingen wir erst einmal nur zu dritt nach oben, um die Räumlichkeiten, in denen wir uns nun sechs Stunden aufhalten sollten, zu begutachten. Nachdem kurz der Ablauf besprochen wurde, fingen wir mit kreativen Übungen an, uns einzuspielen und uns in unsere Rolle einzufühlen. Benedict führte mit jedem von uns ein improvisiertes Interview, in dem deutlich wurde, dass jeder schon ein ziemlich genaues Bild von seiner Rolle hat. (Auch der König musste sich später dem Athener stellen und ihm Rede und Antwort stehen.)

Ein Standbild sollte zum Ausdruck bringen, in welchem Verhältnis die Darsteller jeweils zueinander stehen. Ja, ja… Erst noch herrscht Harmonie, doch die Distanz wird schneller größer, als man glaubt…

Harmonie zwischen Antigone und Haimon

Distanz zwischen Antigone und Haimon

Es folgte das Durchspielen einzelner Szenen, wobei wir zwar alle noch auf unsere Texte angewiesen waren, sich aber zeigte, dass sich bereits jeder mit seiner Rolle angefreundet und auseinandergesetzt hat. Trotz der Konzentration, mit der alle Schauspieler bei der Sache waren, wurde viel gelacht und herumgealbert. Doch unser Regisseur schaffte es immer wieder, uns zur Raison zu bringen 😉

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich immer mehr mit Antigone identifizieren kann; bin ja auch manchmal ein ganz schöner Trotzkopf 😉 Es macht riesigen Spaß, die Rolle zu gestalten und ihr neue Facetten abzugewinnen. Zum Beispiel stellte sich mir im Verlauf der Probe die (ernsthafte) Frage, ob „ich“ mich nicht im falschen Körper befinde…

Die Pausen versüßten uns buchstäblich die mitgebrachten Schoko-Mikados (die sich wunderbar zum Umrühren von Kaffee eignen), die innerhalb kurzer Zeit verputzt waren.

Natürlich durften auch neue Informationen zum Hintergrund ANTIGONE nicht fehlen, mit denen uns Benedict ebenfalls versorgte. Auch wurde über interessante Ansätze zum Thema Homoerotik in dem Stück diskutiert (Hämon ist gar nicht der SOHN von Kreon…).

Da heute ausnahmsweise mal endlich wieder die Sonne schien, entschieden wir uns nach fast sechs Stunden emsigen Arbeitens noch ein nettes Café aufzusuchen, um den Nachmittag auf angenehme Art ausklingen zu lassen. Auch von der etwas genervten (?) Kellnerin ließen wir uns nicht die gute Laune verderben.

Erst auf dem Heimweg merkte ich, dass ich inzwischen doch müde geworden war. Doch ich weiß, dass der Tag sehr produktiv/ effektiv war -nicht zuletzt wegen der perfekten Vorbereitung unseres Regisseurs und der Motivation, die jeder an den Tag gelegt hat.

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