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Monat: Juni 2007

Raum und Körper

27. Juni 2007 (10:26:19) | Neuigkeiten | Von: Benedict

Gestern wurden zwei wichtige Grundpfeiler unserer Produktion gelegt: Der Probenraumvertrag mit dem Theaterhaus Mitte wurde unterschrieben und die Schauspieler einem ersten Briefing unterzogen.

Gegen 19:00 trafen wir uns inmitten des Chaos – tausende Kopien mussten noch gelocht und geheftet werden, die Grabrede des Thukydides war plötzlich verschwunden und tauchte an anderer Stelle wieder auf, und dem Drucker, der die Namensliste des Teams ausspucken sollte, ging der Toner aus. Also erstmal Kaffee und Tee für alle Beteiligten.

Der inhaltliche Teil begann mit einer kurzen Einführung in den Antigonemythos, inklusive Vorgeschichte (Ödipus, Sieben gegen Theben, usw.). Nach einem deutlich längeren Exkurs zum Thema Bestattungen bzw. Begrabungen, von dem mich die Schauspieler zum Glück wieder schnell zurückriefen, wurde das Bühnenbildmodell betrachtet und besprochen. Schließlich kam die Rede auf Organisatorisches, wie den Probenplan, die besten Aufführungstermine, usw.

Der sicherlich spannendste Teil war die Rollenvergabe, die ein bisschen an russisches Roulette erinnerte. Nacheinander zeigte ich auf meine Schauspieler, um das vernichtende Urteil zu sprechen: „Du – spielst Antigone!“ Wer nun genau welche Rolle bekommen hat, will ich allerdings noch nicht verraten. Das gesamte Team wird sich nach und nach auf dieser Seite vorstellen, das macht es sicherlich interessanter.

Und über Palästen stand er und wies, voll blutiger Spieße, rings das siebentorige Maul

22. Juni 2007 (17:39:21) | Neuigkeiten | Von: Benedict

Das Bühnenmodell macht langsam Fortschritte. Das siebentorige Theben ist, bis auf einige wenige Kleinigkeiten, fertiggestellt.

1. Bild: „Vorbereitungen“. Ich habe zunächst nur eines der sieben Tore von Theben gebaut um zu sehen wie es wirkt und um herauszufinden, wie ich sie am besten befestige. Auf diesem Bild sieht man, wie die anderen Tore geplant werden. Hinten und rechts im Bild sind Fotos zu sehen, die ich als Inspiration verwendet habe. Unten: Ein Winkel, vier Stifte (blau, blau, schwarz, rot), Superkleber, ein Maßband, ein Küchenmesser.

Werkzeug, Pappkarton, etc. und das erste Tor Thebens.

2. Bild: „Theben von außen“. Hier sieht man zwei Bürger Thebens vor den Toren, die einen Tisch ansehen, den der Sturm auf ein Tor geweht hat. 😉

Die Tore Thebens von außen.

3. Bild: „Theben von innen“. Hier das gleiche nochmal von innen. Ich habe etwas mit der Krümmung der Wand hin und hergespielt, um die optimale zu finden. Dabei sind die beiden Bilder entstanden.

Die gleiche Szene von Innen.

4. Bild: „Ende eines Arbeitstages“. So, die hässlichen weißen Stützelemente sind verschwunden, die Tore haben eine Borte erhalten und jedes ist einer Person zugeordnet worden.

Das siebentorige Theben mit Verkleidung der Tore und Namenschildchen.

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Bretter, die die Welt bedeuten…

21. Juni 2007 (22:52:41) | Neuigkeiten | Von: Benedict

Heute war der erste Tag, an dem am Bühnenbildmodell gearbeitet wurde. Die Bilder will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Bilder in höherer Qualität gibts auf Anfrage von mir. Um eure Internetverbindung zu schonen, habe ich sie stark komprimiert.

1. Bild: „Die leere Bühne“*. Links im Bild weißer Karton, ein Stift, rechts im Bild ein Maßband, weißer und blauer Karton, „Antigone“. Unten ein Schaumstoffball, eine Schere und eine Zange.

Das noch leere Bühnenmodell.
* = So ganz leer ist die Bühne nicht wirklich. Aufmerksame Beobachter sehen vorne links ein graues Etwas. Es handelt sich um eine Schraube, die wiederum in einem Dübel steckt.

2. Bild: „Ballspiele“. Im Hintergrund mein Regieordner. Auf der Bühne links der blaue Schaumstoffball, rechts ein Spielzeugauto, in der Mitte das Skript für Hämon. Die gebogene Rückwand ist ebenfalls fertiggestellt, wie man sieht. „Antigone“ und „Hämon“ stehen auf der Bühne – neben einem großen Bohrer.

Bühne mit Ball, Rückwand, etc.

3. Bild: „Blaupausen“. Links der Superkleber, der zwar kein Papier, dafür aber meine Finger verklebt, sowie ein Stück Maßband, rechts das Spielzeugauto. In der Mitte die Tischplatte, darunter vier Tischbeine.

Die Einzelteile für den blauen Tisch.

4. Bild: „Szene am Tisch“: Man beachte die Körperhaltung von Kreon und Antigone, sowie den Schattenwurf.

Eine schöne Szene mit Kreon und Antigone am Tisch, inkl. Schattenwurf.

5. Bild: „Szene am Tisch II“: Die gleiche Szene noch mal von weitem. Das Spielzeugauto ist nun gegen Wegrollen geschützt.

Die gleiche Szene von weitem. Kreon und Hämon stehen am Tisch, ein Ball und ein Spielzeugauto sind zu sehen.

6. Bild: „Identität“: Das provisorische Logo unseres Projekts auf der Bühne mit dem staunenden Seher Tiresias und Kreons Frau, Eurydice, daneben. Man beachte die blaue Rückwand, die neu hinzugekommen ist.

Tiresias und Eurydice vor dem Projektlogo und der blauen Wand.

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Am Anfang war das Wort.

21. Juni 2007 (09:36:35) | Verschiedenes | Von: Benedict

Bei den meisten Theaterproduktionen steht am Anfang das Wort. Ein Stück, dass zur Inszenierung werden soll, ein dramatischer Text. Um wirklich gutes Theater zu machen, muss man meistens allerdings noch weiter gehen und Forschungsarbeit betreiben – in verstaubten Bibliotheken und Archiven und heute – Gott sei Dank! – auch im Internet.

Bei meiner Arbeit dürfen natürlich „Standardwerke“ wie Aristoteles Poetik, gängige Antigone-Interpretationen, wissenschaftliche Aufsätze und historische Dokumente nicht fehlen. Auf ein ganz besonderes Juwel will ich näher eingehen: „Der peleponnesische Krieg“ von Thukydides. Das Werk entstand 404 v. Chr. und beschreibt nicht nur den peloponnesischen Krieg selbst, sondern auch – und das ist für Antigone natürlich besonders wertvoll – eine Grabrede des Perikles, in der auch die typischen Vorgänge einer Bestattung erläutert werden. Hinzu kommt eine detaillierte Schilderung der Pest, die etwa 430 v. Chr., also kurz nach Beginn des Krieges ausbrach und für die Vorgeschichte von Antigone von entscheidender Bedeutung ist.

Ein besonderer Vorteil ist allerdings, dass das Büchlein in der deutschen Übersetzung (Ich habe hier die Reclam-Ausgabe, übersetzt von Vretska und Rinner) wirklich gut zu lesen ist. Der Text ist auch für Laien verständlich, häufig amüsant und regt zum Nachdenken an – etwa als Perikles den perfekten Staat beschreibt: Mehr »

Schauspieler(innen) gesucht

19. Juni 2007 (07:53:45) | Neuigkeiten | Von: Benedict

Es werden noch einige Schauspieler und Schauspielerinnen gesucht. Auch eine Zweitbesetzung zumindest der Hauptrollen ist nötig, da im Dezember Krankheitsfälle ja durchaus häufiger vorkommen.

Wenn dich das Projekt anspricht, dann komm doch zum Vortreffen, bei dem organisatorische Aspekte besprochen und Rollen verteilt werden. Es findet am Dienstag, den 26. Juni 2007 um 19:00 Uhr statt.

Bitte melde dich hierfür unter info@antigone20.de an (Vor- und Nachname, E-Mail Adresse, sowie eine Telefonnummer unter der man dich erreichen kann, wären wichtig). Du bekommst dann alle weiteren Informationen per E-Mail.

Strahl des Helios, schönstes Licht!

19. Juni 2007 (01:11:10) | Neuigkeiten | Von: Benedict

Es geht los! Die Webseite http://www.antigonezweinull.de/ bzw. http://www.antigone20.de/ hat das Licht des Webs erblickt! Während des ganzen Entwicklungsprozesses der Inszenierung, die wir im Dezember 2007 aufführen werden, kannst Du, lieber Besucher, dabei sein, lesen, wie es uns so ergeht und das ganze natürlich auch kommentieren.

Bei Antigone 2.0 handelt es sich um eine Inszenierung der antiken Tragödie „Antigone“ von Sophokles, ganz frei nach der Übersetzung von Hölderlin. (Aber sowas von frei … 😉 ) Mehr Informationen gibt es auf der Seite „Das Projekt„.